Nahversorgungskonzept Michendorf

In Alt-Langerwisch soll an Stelle des heutigen Nahkaufs ein neuer und großer Supermarkt entstehen. Die derzeit bekannten Vorplanungen sehen einen großen Markt mit einer Netto-Verkaufsfläche von 1500 qm und einer Brutto-Gesamtfläche des Gebäudes von 3000 qm vor. Dazu kommen große versiegelte Flächen für Parkplätze und Anlieferung.

Der derzeitige Nahkauf in Alt-Langerwisch, der ein Drittel diese Fläche ausmacht, ist dringend sanierungsbedürftig. Derzeit läuft die Diskussion zur Vergrößerung der Verkaufsfläche. Wir möchten hierzu einen Beitrag leisten:

Die bisher bekannten Planungen sind nur dann umsetzbar, wenn die Ortsmitte von Alt-Langerwisch zum Zentralen Versorgungsbereich (ZVB) der Gemeinde wird und im Bereich des heutigen Nahkaufs die festgesetzten Baugrenzen verletzt werden. Die städtebaulichen und verkehrlichen Folgen untersucht das Nahversorgungskonzept nicht. Diese sollen erst im Nachgang einer Ausweisung eines ZVB betrachtet werden. Wir halten das für einen schweren Fehler, weil Prämissen gesetzt werden, ohne die Folgen geprüft zu haben.

  • 1. Das Nahversorgungskonzept stellt am Standort Alt-Langerwisch eine Kaufkraft von 5000 Personen fest. Davon wohnen derzeit im fußläufig erreichbaren Ortskern ca. 800 Personen. Da die überwiegende Zahl der untersuchten Bevölkerung in und näher an Wilhelmshorst wohnt, müsste eigentlich dort ein ZVB entstehen, um zusätzlichen Autoverkehr zu vermeiden und den Rad- und Fußverkehr zu stärken.
  • 2. Als Folge eines ZVB in Langerwisch, außerhalb des Wohnschwerpunktes ist eine Zunahme des Autoverkehrs zu befürchten, der die jetzt schon fragilen Verhältnisse an der Einfahrt des Nahkaufs und der benachbarten Kreuzung völlig überlasten würde.
  • 3. Es bleibt unklar, was die Umsetzung des Vorhabens für die angestammten und traditionsreichen Geschäfte der unmittelbaren und weiteren Umgebung bedeuten würde. (Staubsaugereffekt!)
  • 4. Die Aussage des Nahverkehrskonzeptes, dass an der Straße des Friedens  sich zukünftig weitere Einzelhandelsunternehmen ansiedeln würden, ist unrealistisch – die historische Ortsstruktur lässt das nicht zu!
  • 5. Eine Verständigung mit den benachbarten Gemeinden incl. Potsdam ist bisher nicht erkennbar, sodass die Gefahr des gegenseitigen Abwerbens von Kunden besteht. Die Einzelentscheidung für einen überdimensionierten Markt in Alt-Langerwisch ist daher keine tragfähige und nachhaltige Lösung für die Nahversorgung für Langerwisch und Wilhelmshorst.

Wir halten stattdessen eine kleinere Einrichtung zur Nahversorgung, die sich in die historischen Ortsstruktur einpasst, für die richtige Lösung und eine Planungswerkstatt, wie sie in der Sitzung des Ortsbeirates vorgeschlagen wurde, für den richtigen Weg.